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== Information und Kommunikation ==
Kommunikation ist der Austausch von Information.
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Im Englischen und Französischen nennen information und communication bzw. die dazugehörigen Verben inform, informer und communicate, communiquer nichts weiter als die schlichte Mitteilung, wobei communication noch allgemeiner ist und ca. Verbindung bedeuten kann.
Im Deutschen sind diese Wörter typische Fremdwörter , die in der Umgangssprache stets durch bessere, das heißt genauere Ausdrücke ersetzt werden können. Diese
genaueren Ausdrücke sind es auch, aus denen sich die vielen verschiedenen technischen Bedeutungen ergeben, in denen Information und Kommunikation in verschiedenen Disziplinen benutzt werden.
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umgangssprachliche Bedeutung |
- Information ist die Tätigkeit des Informierens: das Mitteilen, Benachrichtigen oder Unterrichten.
- Information ist das Ergebnis des Informierens: die Mitteilung, Nachricht oder das (weitergegebene) Wissen.
- Immer häufiger wird auch die Tätigkeit des Informiertwerdens oder des Sich-Informierens darunter verstanden: das Verstehen, das Erkunden, der Wissenserwerb.
- Information ist das Ergebnis des Sich-Informierens: das Wissen.
- Kommunikation ist die Tätigkeit des Kommunizierens: das Miteinander-Sprechen, das Miteinander-Telefonieren, das gegenseitige Senden von Briefen, Telegrammen oder E-mails.
Sprachkritisch ist anzumerken, dass der Begriff Information die Tätigkeit oder den Ablauf nicht stets klar von dem Ergebnis trennt. Dies führt jedoch seltener zu Mißverständnissen in der Diskussion.
Erkenntniskritisch ist anzumerken, dass der Begriff, bzw. die genaueren Ausdrücke in der Regel nicht, vielleicht sogar grundsätzlich nicht, positiv zu definieren ist: Man kann ca. sagen, was Information nicht ist. Dies führt in allen Diskussionen, in denen der Begriff
eine Rolle spielt, zu Scheinproblemen und vermeintlichen Paradoxien, sofern man sich nicht entschließt genauere oder abweichende Begriffe, die den Begriff Information ca. teilweise abdecken, zu benutzen. Gleiches gilt für den Begriff der Kommunikation.
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Geschichte der Entwicklung des Begriffs |
- In dem Zusammenhang mit der Erfindung von Computern und der Entwicklung von Telefonnetzen in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wird mit der Informationstheorie und ihrem Kommunikationsmodell die Information als eine messbare mathematische und physikalische Größe entdeckt, und gewinnt dadurch ihren großen Stellenwert in der wissenschaftlichen, philosophischen und gesellschaftlichen Diskussion und praktisch jede wissenschaftliche Disziplin entwickelt eigenene Kommunikationsmodelle. Innerhalb der Soziologie kommt es zur Entwicklung einer eigenen Kommunikationswissenschaft
- In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelt die Transaktionsanalyse, eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse ein Kommunikationsmodell, das sehr gut die Störungen und damit die Wiederherstellungsmöglichkeiten und Neuaufnahme der Kommunikation zwischen Menschen erklärt. Ursprünglich ein Therapieverfahren findet es Eingangins Marketing.
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Die Definitionen in dem Einzelnen | |
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mathematisch und physikalisch | |
Information, genauer Informationsgehalt, genannt eine berechenbare und meßbare Größe einer Ereignismenge, in der Regel eines Textes oder einer Datenmenge, die eng mit den Größen Redundanz, Wahrscheinlichkeit und Entropie zusammenhängt und über diese definiert werden kann. Redundanz ist das, was man schon weiß. Information das, was man noch nicht weiß. Je größer die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Ereignisses ist, desto redundanter ist es. Je unwahrscheinlicher ein Ereignis ist, desto informativer ist es. Information wird in bit oder Shannon gemessen.
In der Informationsanalyse werden Texte oder Medienereignisse einer statistischen Analyse unterzogen, in der statistischen Linguistik Textmengen oder Korpora (Textsammlungen,Textausschnittssammlungen). Dabei misst man die Wahrscheinlichkeit mit Hilfe der relativen Häufigkeit. Aus den Wahrscheinlichkeiten kann man dann Redundanz, Information, Entropie und viele weitere problemspezifisch zu definierende Werte errechnen. Sortiert man Ereignisse nach ihrem Rang, das heißt nach ihrer relativen Häufigkeit, so gilt: Je kleiner der Rang, desto größer die relative Häufigkeit (d.h.das häufigste Element einer Menge hat den Rang 1). Dieser Zusammenhang heißt zipfsches Gesetz. Das für eine Datenmenge aufgestellte zipfsche Gesetz liefert Hinweise auf die Repräsentativität oder statistische Wirklichkeitstreue der Datenmenge. Alle hier genannten Proportionalitätszusammenhänge der Form "je mehr - desto weniger" sind jedoch nicht linear sondern logarithmisch.
Der Austausch von Information in dem technischen Sinn wird in dem Kommunikationsmodell beschrieben. Dabei kodiert (verschlüsselt, formuliert) ein Sender (Funkgerät, Sprecher, Mund) Information (Signal), um sie über einen Kanal (Radiowellen, Schallwellen) an den Emfänger (Radio, Zuhörer, Ohr) zu senden, der die Information (Signal) dekodiert (versteht). Störungen (Rauschen) in dem Kanal können dazu führen, dass der Empfänger die Information nicht mehr dekodieren kann. Das Kommunikationsmodell und die Informationstheorie machen Aussagen darüber, wie Kommunikationsysteme wie zu dem Beispiel Telefonnetze, das Internet, eine Funkverbindung u.a. beschaffen sein müssen, damit die Dekodierung nicht gefährdet ist. Der Austausch von Informationen zwischen Menschen, ebenso der Austausch von Informationen zwischen modernen Computern, Mailservern oder früher Telexgeräten vollzieht sich in dem Dialog. Dabei werden Fragen und Antworten, Mitteilungen und Empfangsbestätigungen, Aufforderungen und
Zustimmungen oder Ablehnungen, also Meldungen und Rückmeldungen ausgetauscht. Lassen sich Meldungen als Signale mit Informationsgehalt darstellen, so kann man aus Ketten und Strukturen von sendenden und empfangenden Elementen (z.B. Mikroprozessoren,Temperaturfühler, Enzyme, Synapsen) in der belebten und unbelebten Natur, normalerweise jedoch beim Bau von Maschinen und Geräten so genannte Regel- und Steuerkreise entdecken, bzw. zusammenbauen.
Wie Regel- und Steuerkreise funktionieren, wird in der Kybernetik studiert. Von Steuerung spricht man, wenn das empfangende Element keine Rückmeldung produziert. Von Regelung, wenn das sendende Element auf Grund einer Rückmeldung seine Sendung ändert. Kontrolle ist in diesem Zusammenhang ein zu vermeidender Begriff, weil er sowohl Regelung als auch Steuerung bedeutet.
Der Erfolg der Quantifizierung des Informationsbegriffs, die erstaunliche Entdeckung eines Zusammenhangs mit der Entropie, die Möglichkeit sehr komplizierte Steuerungs- und Regelungssysteme (z.B. Rechenwerke, Mikroprozessoren, Enzymzyklen) aus einfachen Signalstrukturen zusammenzusetzen, hat den Informationsbegriff zu einem grundlegenden Fachterminus in der Technik und Naturwissenschaft gemacht.
Buch-Tipp: Innerbetriebliche Information und Kommunikation . . . Mit dieser Arbeitshilfe der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e. V. wird ein bedeutendes Thema der innerbetrieblichen Personalarbeit aufgegriffen und zur Diskussion gebracht. Diese Arbeitshilfe gründet auf alltagserlebte Probleme, Lösungen und deren Bewältigungen, so dass sich dem Leser eine erfahrbare Arbeitswelt widerspiegelt.... |
sprachphilosophisch und logisch | |
Das Kommunikationsmodell der Informationstheorie und Kybernetik behandelt Signale zwischen Sendern und Empfängern, Information ist dabei eine messbare Größe, die das Merkmal des Signals, dekodiert werden zu können, misst.Die Information in dem umgangssprachlichen Sinn wird demgegenüber in den sprachphilosophischen Kommunikationsmodellen als so genanntes Zeichen gedeutet.
Die Beziehung eines Zeichens zu anderern Zeichen heißt Syntax, die Beziehung zur Welt Semantik und die Beziehung zu den Benutzern des Zeichens Pragmatik. Man sagt, Zeichen kontrastieren mit anderen Zeichen, sie referieren auf ihre Bedeutung und sie appellieren an ihre Benutzer. Das Studium der Zeichen heißt Semiotik. Der Begriff Information ist dabei zu vermeiden. Zeichen tragen Information, sie sind aber keine Information. Die Information, die von Zeichen getragen wird, ist damit wesentlich verschieden von dem umgangssprachlichen Begriff. Information in diesem Sinne wird besser mit Bedeutung oder Begriff oder Referent umschrieben.
Informationen, die entweder wahr oder falsch sein können, heißen Aussagen. Aussagen werden in der Logik studiert. Aussagen über Aussagen heißen metasprachlich. Der Versuch metasprachliche Zeichen widerspruchsfrei wissenschaftlich darzustellen, führt zu ungeheuer komplexen formalen Logik- und Semantiksystemen.
Kommunikation ist Austausch von Informationen zwischen den Benutzern von Zeichen. Kommunikation und Dialogmodelle sind daher Teil der Pragmatik.(siehe auch: Pragmalinguistik, Psycholinguistik und Soziolinguistik)
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Kommunikation ist ein Dauerzustand und ein Normalzustand im sich Menschen stets befinden. Sie kommunizieren miteinander, mit ihrer Umwelt und mit sich selbst. Sie sprechen miteinander, sie verstehen Ihre Haustiere, sie sprechen mit Gott und den Blumen und sehen in Sternen und Erlebnissen Symbole. Menschen denken keineswegs mit dem Kopf, sondern mit dem Bauch. Dass Kommunikation überhaupt existiert, wird erst klar, wenn Kommunikation gestört ist. Kommunikation als Austausch von Informationen zu definieren, erscheint ebenso künstlich wie banal.
Die Transaktionsanalyse ist eine Methode, mit der Kommunikationsmuster der Menschen analysiert werden können, um Rückschlüsse auf ihre Seele oder Psyche ziehen zu können. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Sie gibt Erklärungen, wie das Denken mit dem Bauch funktioniert, warum Kommunikation gestört wird und wie sie wiederhergestellt werden kann.
Ursprünglich eine Therapiemethode, ist ihr Kommunikationsmodell heute Grundlage für professionelle Kommunikationstechniken, auch als Softskills oder Rhetorik bekannt.
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wirtschaftlich und rechtlich | |
Information (z.B. ein Buch, ein Computerprogramm, eine Fotografie) ist ein Wirtschaftsgut. Ihr Marktpreis entspricht den Kosten der Vervielfältigung und Verteilung der Information, ist also meist sehr klein. Die Erzeugung oder Beschaffung einer Information ist demgegenüber meist sehr teuer.
Daher wird versucht, mit Hilfe von Schutzrechten und Geheimhaltungstrategien ein Monopol auf die Vervielfältigung oder Verteilung der Information zu erlangen oder aber die Preisgabe einer Information bzw. die Recherche einer Information als Dienstleistung zu verkaufen. Die Kosten einer Information sind stets kalkulatorische Kosten, die willkürlich über Mischkalkulationen zugeordnet werden, in die ganz unterschiedliche Faktoren einfließen.
Buch-Tipp: Präsentieren in Schule, Studium und Beruf mit CD-ROM (X.media.press / publishing) Know-how statt "No Signal" Wer sein Know-how zu dem Präsentieren verbessern will, ist mit diesem Buch gut bedient, denn es hilft, negative Vorführeffekte auszuschließen. Sein Aufbau ermöglicht sowohl den schnellen Zugriff auf Detailinformationen, die man bei einer ansprechenden Gestaltung einer Präsentation einsetzen kann, als auch das Verständnis... |
wirtschaftlich und politisch | |
Information ist die Botschaft. Kommunikation ist die Überbringung der Botschaft.
Seit Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts wird unter Kommunikation das verstanden, was früher Rhetorik oder Argumentation hieß: die Kunst, überzeugen zu können. Rhetorik ist dabei die Redetechnik, während Argumentation den logischen Aufbau und die Abfolge von Argumenten (logische oder ca. einsichtige Aussagen) meint. Gestik und Mimik heißen neuerdings Körpersprache. Gestik meint die Körperhaltung und die Bewegung von Armen und Beinen, Mimik den Gesichtsausdruck.
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wirtschaftlich und finanziell | |
Kommunikationspolitik ist Teil des Marketing. Public Relations oder Öffentlichkeitsarbeit ist Teil der Kommunikationspolitik. Informationspolitik ist ein Teil der Public Relations.
In diesem Zusammenhang ist Information gleichbedeutend mit Veröffentlichung. Kommunikationspolitik ist die Planung und Überwachung der Außenwirkung eines Unternehmens und Kommunikation praktisch jede Kontaktaufnahme mit der Außenwelt.
Buch-Tipp: Soziologie vernetzter Medien Prima Einführung Das Buch vermittelt einen guten Überblick über die wichtigsten Theorien der gegenwärtigen Netzwerkgesellschaft. Sowohl aus den Perspektiven der Informatik als auch der Soziologie, klärt das Buch in hohem Maße darüber auf, welche Rollen die Computer bzw. das Internet in der heutigen Weltgesellschaft spielen. Es werden nicht... |
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